Kinderkrebs um Kernkraftwerke ist Tatsache – Vorsorgeprinzip erzwingt Handeln

September 19th, 2008

Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident
Gormannstr. 17, D-10119 Berlin
030 / 449 37 36, Fax 030 / 44 34 28 34
mailto: pflugbeil.kvt@t-onlinde.de
Berlin, den 29. September 2008

Am 28.9.2008 trafen sich Epidemiologen, Statistiker, Physiker, Biologen und Ärzte mit Journalisten, Behördenvertretern und Politikern in der Berliner Charite zu einem Symposion, um mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen Schwachstellen der „Epidemiologischen Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK) des Mainzer Kinderkrebsregisters“ nachzubessern. Unter den Teilnehmern waren sieben Wissenschaftler, die als Externe (nicht als Autoren) an der Entwicklung der Methode und der Begleitung der KiKK-Studie beteiligt waren.

Die Bewertung der Autoren der KiKK-Studie, daß das erhöhte Krebs- und Leukämierisiko bei Kindern unter 5 Jahren in der Nähe der deutschen Kernkraftwerke grundsätzlich nicht auf die radioaktiven Emissionen der KKW zurückgeführt werden können, stellte sich als ebenso unhaltbar heraus wie die These, daß die errechnete Strahlenbelastung um viele Größenordnungen zu gering sei, um Krebs oder Leukämie verursachen zu können. Es wurde belegt, daß solche täuschenden Aussagen in der Geschichte des Strahlenschutzes immer wieder vorgetragen wurden, um ungestört weitermachen zu können wie bisher. Aus verschiedenen Blickwinkeln wurde exemplarisch aufgezeigt, daß in der KiKK-Studie nicht berücksichtige Fakten sehr wohl ausreichen, die tragischen Erkrankungen der Kinder als strahleninduziert zu erklären.

Der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Dr. Sebastian Pflugbeil, fordert mit Nachdruck, die erschreckenden Befunde der KiKK-Studie ernstzunehmen. Sie verpflichten die politischen Entscheidungsträger, das seit Jahrzehnten anerkannte Prinzip der Vorsorge endlich praktisch umzusetzen. Pflugbeil appelliert an Wissenschaftler, Medienvertreter und Politiker, nicht zu Lasten der Gesundheit unserer Kinder mit halbrichtigen Darstellungen ganz falsche Schlussfolgerungen zu suggerieren. Wenn am Ende einer epidemiologischen Untersuchung ein signifikanter Zusammenhang herauskommt und die Autoren dann vorgeben, daß das aber auch Zufall sein könnte, dann wird Epidemiologie zur Demagogie.

Pflugbeil appelliert auch an den gesunden Menschenverstand: Wer nachweist, daß Kinder umso häufiger erkranken, je näher sie an dem nächsten KKW-Schornstein wohnen und Radioaktivität als mögliche Ursache grundsätzlich ausschließt, macht sich nicht nur lächerlich. Er wirft die Frage auf, was denn dann aus solch einem Schornstein die Kinder krank macht. Ist es wirklich beruhigend, daß man das bisher nicht herausgefunden hat?

Das Symposion hat zahlreiche Ansatzpunkte für eine weitere intensive Diskussion ergeben, die innerhalb der verschiedenen Disziplinen, vor allem aber auch untereinander fortgeführt werden soll. Mit Bedauern wurde zur Kenntnis genommen, daß das Mainzer Kinderkrebsregister die Einladung zu dieser offenen Diskussion ausgeschlagen hat. Ansonsten jedoch hat die interdisziplinäre freie Diskussion über ein brisantes Thema einen Sprung nach vorne gemacht.

Thomas Dersee, www.strahlentelex.de,
Waldstr. 49, D-15566 Schöneiche bei Berlin, Germany
Tel. +49-(0)30-435 28 40, Fax +49-(0)30-64 32 91 67
mailto:thomasdersee@strahlentelex.de

Symposium zu KiKK in Berlin

August 19th, 2008

Namhafte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland treffen sich Ende September 2008 zu einem Symposium in Berlin.

Umweltmedizin: Evidenz – Kontroverse – Konsequenz
der Gesellschaft für Strahlenschutz mit Unterstützung des Instituts für Humangenetik er Charité Berlin; Leitung: Dr. Sebastian Pflugbeil
am Sonntag, 28. September 2008, 10.00-18.00 Uhr
in der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow Klinikum
Hörsaal Pathologie im Forschungshaus, Forum 4
Amrumer Str. 1, 13353 Berlin (U-Bahn Linie 9, U-Bhf. Amrumer Straße)
Die Kinderkrebsstudie des Kinderkrebsregisters in Mainz (KiKK-Studie) alarmierte mit dem
Nachweis, daß das Erkrankungsrisiko für Leukämie und andere Krebserkrankungen bei Kindern
unter 5 Jahren zunimmt, je näher sie bei einem der deutschen Kernkraftwerke leben.
Die Hintergründe der Studie und die Kontroversen über die Bewertung der Ergebnisse, der
wissenschaftliche Kontext, die von der Studie unbefriedigend behandelten Fragen und die
Schwierigkeiten, aus den Ergebnissen epidemiologischer Studien angemessene wissenschaftliche,
politische, wirtschaftliche und humanitäre Konsequenzen zu ziehen, sind Gegenstand
dieses Symposions. Es geht um die Frage, ob die bisher geübte Praxis, ionisierende
Strahlen als mögliche Krankheitsverursacher grundsätzlich auszuschließen, weil die errechnete
Strahlendosis zu gering sei, angesichts der Faktenlage noch gerechtfertigt werden
kann.
Mehr zum Thema in der PDF-Datei
symposium-zu-kikk-in-berlin.pdf

Häufigkeit von Krebs bei Kindern in der Umgebung von Kernkraftwerken – atw 53 vom März 2008

April 25th, 2008

Die jüngst vorgestellte Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK) hat zum Ergebnis, dass in Deutschland Kinder unter 5 Jahren häufiger an Krebs, insbesondere Leukämie, erkranken, je näher sie an einem Kernkraftwerksstandort wohnen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt die zentralen Ergebnisse der Studie in einem Artikel der Fachzeitschrift atw dar. Den vollständigen Artikel aus der atw 53 vom März 2008 finden Sie hier.

artikel_atw_maerz_2008.pdf

Prof. Greiser in Winsen

Januar 9th, 2008

Über die Studie des Kinderkrebsregisters zum Zusammenhang zwischen
Radioaktivität und Krebs bei Kindern berichtet Prof. Dr. Eberhard
Greiser am 15. Januar in Winsen. Die BI gegen Leukämie hat den
namhaften Epidemiologen gewinnen können, über die sogenannte KiKK-
Studie zu referieren, die vor Weihnachten für heftige Diskussionen
gesorgt hat. Greiser gehört dem Beirat zur KiKK-Studie an, der das
Studiendesign wesentlich mit gestaltet hat.
Das Vorgehen der Leiterin des Kinderkrebsregisters, Frau Prof. Maria
Blettner, die Kausalität zwischen Strahlung von kerntechnischen
Anlagen und Leukämie bei Kindern in Abrede zu stellen, hat das
Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört.
Greiser wird über Vorgehensweise, Fakten und Ergebnisse der Studie
berichten.
Die öffentliche Veranstaltung beginnt am Dienstag, dem 15. Januar um
19.00 Uhr im Marstall-Café in Winsen, Schloßplatz 11

neue Studie belegt: in der Nähe von Atomkraftwerken mehr Krebserkrankungen

Dezember 16th, 2007

Das Leukämierisiko für Kinder steigt mit der Nähe zu Kernkraftwerken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Mainzer Kinderkrebsregisters. Diese
Studie hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegeben.

Von 1980 bis 2003 erkrankten im Fünf-Kilometer-Umkreis um die 16 deutschen Atomkraftwerke 37 Kinder an Leukämie. Es waren 1592 krebskranke und
4735 gesunde Kinder untersucht worden, die zur selben Zeit in der selben Gegend lebten. Statisch waren nur 17 Fälle zu erwarten. 20 Neuerkrankungen sind
also allein auf das Wohnen in diesem Umkreis zurückzuführen.

Allein rund um Krümmel sind zwischen 1989 bis 2003 mindestens 13 Kinder an Leukämie erkrankt (im 5 km Radius).

Das BfS räumte allerdings ein, daß es keine wissenschaftliche Erklärung  für das Erkrankungsrisiko gäbe. Nach derzeitigen Kenntnissen sei die
Strahlenbelastung durch Atomkraftwerke „zu niedrig, um den beobachteten Anstieg des Krebsrisikos zu verursachen“..

Näheres auch unter www.bfs.de

Wir fordern Konsequenzen

Dezember 16th, 2007

Für die Bürgerinitiative ist die Studie, die das Kinderkrebsregister in Mainz im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) erstellt hat, ein weiterer Beleg
für die Gefahren der Atomenergie. BI-Vorsitzender und Sprecher Uwe Harden sagte: „Der Zusammenhang ist mit bloßem Auge zu erkennen, man muß sich
nicht vormachen, daß es bei einem Atomkraftwerk nur den Schornstein als Öffnung gibt.“

Er fordert, das gesamte Überwachungsnetz müsse auf den Prüfstand. „Die amtliche Umgebungsüberwachung hat viel zu wenige Meßpunkte.“ Beste Lösung sei
allerdings immer noch die Abschaltung der Kraftwerke, „die gehören nicht in bewohnte Gegenden.“